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Thema: Danke, Bill Gates

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Danke, Bill Gates

    Ok, jetzt geht's. Seit dieser Woche kann man auch mal was Nettes über
    ihn sagen, wo er doch aufgehört hat.

    Also - auch wenn's befremdlich klingen mag: Wir alle haben Bill Gates
    viel zu verdanken. Wirklich! Mit seiner Hilfe sind wir gelassen,
    erfahren und letztendlich erwachsen geworden.

    Beispielsweise löst bei uns das Signalwort "neu" schon längst keinen
    hektischen Kaufreflex mehr aus. Denn inzwischen wissen wir, eine 1.0er
    ist eine Betaversion, also was für Early-Adopters und andere
    Gschaftlhuber, aber nichts, was ein Profi auf seinen Rechner packt. Dank
    Bill Gates war es ganz leicht, das zu begreifen.

    Oder die irrigen Vorstellungen, denen man früher angehangen hat. Im
    Märchen siegt ja immer das Gute. Und wenn man aufhört, daran zu glauben,
    ist man kein Kind mehr.

    Richtig erwachsen wiederum ist man erst dann, wenn man bestimmt weiß,
    dass was sich durchsetzt, gar keinesfalls gut ist, sondern bestenfalls
    mittelmäßiger Durchschnitt. Software aus Bill Gates Unternehmen hat
    einem doch sehr zu dieser Reife fördernden Erkenntnis verholfen.

    Und - ein bisschen Märchen möcht' trotzdem sein - dies ist ja dann auch
    wieder gut so. Man stelle sich nur vor, wir hätten damals versucht, die
    Computerei an Sun-Workstations und nicht an DOSen zu lernen.

    Nix hätten wir gelernt, weil wir vor Ehrfurcht erstarrt wären! Wegen
    einer DOSe hingegen erstarrt niemand - und schon gar nicht vor
    Ehrfurcht. Im Gegenteil: da muss man Aktivität zeigen, etwas tun. Denn
    man weiß: Vom Rechner ist nicht viel zu erwarten. Es kommt vielmehr auf
    den an, der dran sitzt.

    DOSen werden inzwischen nach ihrer graphischen Benutzeroberfläche
    Windows-PCs genannt und haben sich durchgesetzt - gegen Mainframes von
    Unisys, SGI-Workstations, die Vax und was es sonst noch an prächtigen
    Systemen gab. Sie alle wurden von ihren Herstellern aufgegeben, die
    statt dessen lieber DOSen verkaufen.

    Und: Kein Wichtigtuer, der heutzutage nicht das Wort "Lego-like" fallen
    ließe, wenn's um IT-Strategien geht. Trotzdem ist das ein schönes Bild:
    Legos nämlich können äußerlich rot, blau, gelb oder grün sein,
    wesentlich aber sind sie immer grau.

    Es ist Massenware, bei der es nicht auf Qualität, sondern nur auf
    Quantitäten ankommt. Eine begnadete kleine Rotznase kann aus solchen
    Klötzchen alles bauen, wenn sie nur genug davon hat.

    Die Legos der IT aber sind die DOSen. Begnadete Systemarchitekten
    stecken sie - in dem Fall: Intel-Blades mit Linux drauf - zu Supercomputern
    zusammen, wobei beim aktuell stärksten Zahlenfresser auch
    ein paar Playstations mit verbaut wurden.

    Und Heimanwender knüpfen daraus ein prächtiges und multimediales
    Home-Area-Network. Ein Netz aus Bürorechner, Video-Speicher und
    Spiele-PC. Sie alle sind gleich einfach zu bedienen: das "X" zum
    Wegklicken, das "Start" zum Beenden und das "Alt+Ctrl+Del" bei Problemen
    jedweder Art. Denn sie alle sind DOSen.

    Bill Gates hat das, was man, als er Microsoft gründete, noch
    eingeschüchtert "Elektronengehirn" nannte, zur DOSe gemacht. Er hat ein
    Stück Software Namens QDOS - quick and dirty operating system - gekauft
    und ist damit der mächtigste Konzernherr der Welt geworden.

    Und wahrscheinlich weil es sich für solche Leute einfach gehört, eine
    Vision zu haben, hat er früher immer gesagt, die seine wäre: "a PC on
    every desk and in every home. And we provide the software." Damals war
    er ein junger reicher Mann.

    Heute ist er ein alter reicher Mann. Und jetzt geht er - einfach so.
    Das zeugt von Größe, relativer zumindest. Denn viele andere alte reiche
    Männer wissen nicht so recht, was tun.

    Und dann tun sie das Falsche. Beispielsweise: Sie kommen zurück.

    So wie Steve Jobs. Der hat über Bill Gates Konzern gesagt: "Das einzige
    Problem an Microsoft ist, dass sie keinen Geschmack haben." Und daran
    anschließend hat er den "digital Lifestyle" erfunden. Der besteht im
    Wesentlichen darin, dass man die Geräte, die ihn definieren, nicht
    aufschrauben kann, weil die Leute, die sie sich kaufen, eh keinen
    Schraubendreher in die Hand nehmen würden.

    Oder: Sie wollen es allen noch einmal zeigen. - So wie Dietmar Hopp. Der
    hat bewiesen, dass er alles kann, weil er das nötige Geld hat, selbst
    einen Kreisliga-Fußballclub in die Bundesliga zu kaufen.

    Oder: Sie werden würdig. - So wie Hasso Plattner. Der ist
    Honorar-Professor der Universität, der er ein Institut bezahlt.

    Bill Gates hingegen geht einfach so. Zu seinem Stil hat sich Steve Jobs
    hinlänglich geäußert. Würdigungen bleiben aus. Er hat noch immer keinen
    Uni-Abschluss, und ein Ritterschlag von der Queen nützt ihm auch nix,
    weil er sich als US-Staatsbürger eh nicht "Sir" nennen darf.

    Und es gibt auch nichts, was er noch einmal allen zeigen müsste. Weil:
    was andere in solchen Fällen zeigen, das weiß von ihm schließlich jeder
    schon längst. Er geht und gibt jetzt sein Geld erst einmal für die
    Malaria-Bekämpfung aus. Das ist ein großer Abgang!

    Ok, ok, das war jetzt vielleicht nicht ganz euphorisch, aber zumindest
    doch einmal nett. Und wenn's denn wirklich sein muss, kann man ja noch
    eines nachlegen: Was haben wir doch für Geld ausgegeben für DOS, NT und
    Windows - bei jedem Rechner aufs Neue, weil den der Hersteller ja immer
    schon eingeDOSt hatte. Aber - ganz im Ernst - besser als für die
    Malaria-Bekämpfung hätte man dieses Geld wirklich nicht anlegen können.
    Erst wenn der letzte Auspuff kalt ist, der schönste LKW verboten, die erfahrendsten Fahrer bestraft sind, dann werdet Ihr erstaunt merken, daß Ihr Euer Essen und Euren Mist nicht selber fahren könnt.

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  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Kann man wirklich was Gutes über Billy sagen?

    Also eins kann man ganz sicher über ihn sagen....
    Ohne MS würde heute nicht in jedem Wohnzimmer ein PC stehen. Gäbe es nur Suns oder IBMs oder HP oder Digitals, dann würden nur Freaks wie wir, die eh jeden Tag mit Computern zu tun haben, einen Computer zu Hause haben.
    Dann würde es noch heute kaputte Computerfachleute geben, die glauben, dass das Backup nur ordentlich abläuft, wenn sie selber daneben stehen (Nur mal am Rande: Inzwischen glaube ich an derartige Theorien. Denn wie oft kommt es vor, das Benutzer XY sich beschwert Anwendung AB würde nicht machen, was er von ihr verlange. Dann stellt man sich daneben und alles läuft wie wunderbar. - Gutes Kharma. Inzwischen schaffe ich das schon durchs Telefon *g* ).

    Was die Theorie über die 1.0er Version = Beta-Version angeht... Das schrottigste Windows aller Zeiten trug offiziell ja den Verkaufsnamen "Windows 95"....
    Der Nachfolger Windows 98 war nicht viel besser und dessen offizieller Nachfolger Windows ME war nicht nur ein Verkaufsflopp, sondern auch noch größerer Mist, als die beiden Vorgänger.
    Windows 2000 war eigentlich das erste Windows, welches wirklich akzeptabel lief. Windows XP läuft jetzt nach über 5 Jahren Debugging beim Anwender ziemlich stabil. Oder zumindest kennt man es jetzt gut genug um sagen zu können, wie es sich verhalten könnte.
    In meinen Augen ist es da eigentlich kein Wunder, dass Windows Vista nen Verkaufsflopp ist und die meisten großen Anbieter von vorinstallierten Systemen ihren (Firmen)Kunden ein downgegradetes Vista (also nen XP Pro) verkaufen - ohne vorher zu fragen übrigens.

    Was hat Bill eigentlich wirklich geschafft? Er hat MS groß gemacht. Wirklich groß.
    Ohne Bills Spürsinn für das, was kommen wird und was der Markt braucht und will, wäre MS nicht das, was es heute ist - der umsatzstärkste Konzern der Welt, der(fast) ausschließlich mit Softwareentwicklungen sein Geld macht.
    Die Entwicklung oder vielmehr die Idee einer grafischen Oberfläche für Computer, stammt ja nicht aus dem Hause MS. Diese Idee haben Steve und Bill beide bei der gleichen Präsentation von Xerox geklaut - Natürlich ohne dafür zu bezahlen.
    Bill und Steve haben beide sofort das Potential einer grafischen Benutzeroberfläche erkannt - im Gegensatz zu Xerox, die damit nichts anzufangen wussten.

    Noch einen Verdienst hat MS der Menschheit gebracht: eine halbwegs einheitliche Oberfläche mit halbwegs einheitlichen Menüs und den drei Symbolen oben rechts in der Fensterleiste (Minimieren, Maximieren und Schließen).
    Wie sie das gemacht haben ist natürlich mehr als fraglich. Nämlich nicht durch einen Standardisierungsprozess, sondern durch ihre pure Marktmacht.
    In Office 2007 (interne Version: Office 12), hat MS jetzt das Menu vollkommen umgekrempelt - um nicht zu sagen, sie haben es weggelassen. Auch das gewohnte Fensterlayout mit den drei wohlbekannten Knöpfen oben rechts, ist verschwunden. Anwender brauchen bis zu 3 Monate (wenn sie tagtäglich damit arbeiten), um sich an das Design zu gewöhnen und damit effektiv arbeiten zu können. In der Zeit wurde sicher so mancher Fluch in den Himmel gestoßen und ist so manche Träne in den Tolensesee gerollt. "Objektorientiertes Design" nennt Microsoft das. - Von Design habt ihr noch nie was verstanden - klaut lieber weiter bei Apple... Die können designen.

    Was das Wiederkommen angeht, bin ich mir nicht so sicher wie Actro....
    Schließlich hat sich Bill schon einmal zurückgezogen, um dann doch wieder aktiv in das Geschehen einzugreifen, als es brenzlich zu werden drohte.
    Noch ist nicht aller Tage Abend.


    In jeden Fall wünsche ich Bill einen Happy Retirement und viel Spaß mit deinem Mac (den er doch sicher auf seinem Nachttisch zu stehen hat )

    cu

    disaster

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Jau, das kann man ihm nicht absprechen. Sowohl die gute Nase fürs Geschäft als auch den PC in jedem Haus. Was seine Geschäftsmethoden angeht bin ich aber nicht immer unbedingt mit ihm einer Meinung gewesen.
    Mal abwarten. Wenn Windows 7 genau so ein Disaster wird wie Vista, bleibt er vielleicht bei seiner Malaria
    Erst wenn der letzte Auspuff kalt ist, der schönste LKW verboten, die erfahrendsten Fahrer bestraft sind, dann werdet Ihr erstaunt merken, daß Ihr Euer Essen und Euren Mist nicht selber fahren könnt.

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  4. #4
    Erfahrener Benutzer
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    352
    Hallo ihr beiden,

    da ich ja eine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann mache, komme ich so mit diversen Produkten aus dem Hause Microsoft in Verbindung. So auch mit Microsoft Office 2007. Ich selbst hab mich nach 6 Monaten noch nicht daran gewöhnt. Schlichte Menüs und ein einheitliches Design über mehrere Versionen hinweg, wie bei OpenOffice.org oder StarOffice, kennt Microsoft garantiert nicht.

    Zu Microsoft Windows Vista und Windows 7. Eine bei uns zuletzt stattfindente interne Umfrage zeigte, dass ca. 87% aller Befragten weiterhin Windows XP nutzen würden. Viele sind der Meinung das Vista ein riesen Flopp ist, denn man muss sich früher oder später einen neuen PC anschaffen. Da lobe ich mir mein Linux, denn das rennt noch auf nem ollen Pentium III mit 1 GHz (IBM Thinkpad T23).

    Auch zeigte der Vergleich Windows Vista und Linux, dass KDE und Co. unter Linux diverse Effekte schon vor Vista konnten » Bill hat geklaut :-D

    Nichts destotrotz bleibt Windows (Microsoft) der Marktführer und nur was für Mausgeschädigte *an meine Ausbilder denk*.

    Ich werde nur zu Windows zurückkehren, wenn es wirklich notwendig ist ... also nie :-D
    Wenn ein Linuxaner auf einen Windowsaner trifft, kann es nur zum Streit kommen. (Spruch, Ausbilder)

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