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Thema: Fantastische Landkarten mit TheGimp und Inkscape erstellen

  1. #1
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    Fantastische Landkarten mit TheGimp und Inkscape erstellen

    Eins meiner Hobbies ist das Rollenspiel. Für die Spielekampagnen werden immer wieder Landkarten fiktiver, fantastischer Länder benötigt. Hier eine kleine Hilfestellung, wie man diese Karten mit Hilfe von TheGimp und Inkscape selbst erstellen kann.

    Zunächst mit z.B. fracplanet eine hübsche, wenn auch recht grobe Karte erstellen und als Texture abspeichern.

    Die PPM-Datei mit z.B. TheGimp öffnen und im Format XCF abspeichern.

    Die XCF-Datei mit Colors -> Components -> Decompose -> Color model: RGB -- Decompose to layers in 3 Farbkanäle zerlegen. Die rote und grüne Ebene löschen.

    In der blauen Ebene alle "Inland-Seen" schwarz übermalen. Sollen alle oder einige der "Inland-Seen" später in die Karte übernommen werden, wird das Bild vor dem Übermalen mit File -> Save as copy gespeichert.

    Select -> By Color wählen und in die weiße Fläche -- die später das Meer wird -- kicken. Die ausgewählte Fläche mit Edit -> Cut transparent machen.

    Das Graustufen-Bild mit Colors -> Map -> Sample Colorize -> Get Sample Colors -> Apply wieder in ein RGB-Bild umwandeln. Eine neue Vordergrundfarbe -- z.B. Rot -- wählen.

    Mit [b]Select -> By Color[/font] die schwarze Fläche auswählen und mit Edit -> Stroke Selection -> Stroke Line -> Line width: 1 px -> Solid Color -> Stroke den Rand rot färben. Mit Select -> None die Auswahl aufheben und mit Select -> By Color wieder die schwarze Fläche auswählen. Die ausgewählte Fläche mit Edit -> Cut transparent machen.

    Die Datei unter einem aussagekräftigen Namen -- z.B. Kueste.png -- speichern und TheGimp schließen.

    Die Küstenlinie ist allerdings viel zu "glatt" und wirkt "synthetisch". Die Linie erinnert ein bißchen an diese U- und S-Bahn-Streckenpläne. Um sie etwas "natürlicher" aussehen zu lassen, wie folgt vorgehen:

    Inkscape öffnen und ein leeres Dokument in der Pixel-Größe der vorher erstellten PNG-Datei anlegen: File -> Document Properties (oder Shift-Ctrl-D) und dann Custom size -> Width: 1100 px -- Height: 1100 px.

    Wenn man die Größe nicht mehr weiß, findet man sie mit dem Tool identify aus dem Paket ImageMagick leicht heraus.

    Jetzt am Besten mit Layer -> Add Layer -> Layer name: Bitmap -- Position: Above current - Add einen neuen Layer anlegen. Den Vorgang für einen zweiten neuen Layer pfad oberhalb des Layers bitmap wiederholen.

    Mit File -> Import die vorher erstelle PNG-Datei in den Layer bitmap kopieren. Mit Object -> Transform (oder Shift-Ctrl-M) korrekt im Layer plazieren. Dazu im Transform Tool die Einträge [b]Horizontal[/bi] und Vertical auf jeweils 0 px setzen und die Option Relative move deaktivieren.

    Mit Path -> Trace Bitmap (oder Shift-Alt-B) aus dem Bitmap einen Pfad machen: Mode -> Single scan: creates a path -> Edge detection -> Threshold: 0,01 einstellen und Options -> Suppress speckles -- Smooth corners -- Optimize path deaktivieren.

    Nach der Erstellung des Pfades ist dieser automatisch ausgewählt und kann mit Layer -> Move Selection to Layer Above (oder Shift-PgUp in den Layer pfad verschoben werden. Der Layer bitmap kann jetzt gelöscht oder als unsichtbar/gesperrt markiert werden.

    Wird das Bild auf ca. 150 % gezoomt, sind in den Ecken Artefakte von der Umwandlung des Bitmap in einen Pfad zu sehen. Mit F2 das Edit Path-Werkzeug aufrufen, die Artefakte markieren und löschen.

    Mit Object -> Fill and Stroke (oder Shift-Ctrl-F das Fill and Stroke-Werkzeug aufrufen. Für die Option Fill den Wert No Color wählen. Für die Option Stroke paint die Einstellung Flat Color und die Farbe Schwarz wählen. Für die Option Stroke Style die Einstellungen Width: 1 px -- Join: Miter Join -- Cap: Square Cap wählen. Für Start Markers und End Markers einen gut erkennbaren Indikator wählen (z.B. Arrow2Lstart und Arrow2Lend.

    Den Pfad nun an einer Stelle -- ob in der "oberen" oder "unteren" Linie ist gleichgültig -- nahe am Rand der Zeichnung öffnen. Dazu mit der Maus einen der Knoten-Indikatoren markieren und mit Shift-B den Pfad öffnen. Mit Tab den Knoten-Indikator am Anfang des nun offenen Pfades markieren und mit Del löschen. Mit Tab den nächsten Knoten-Indikator markieren usw. Damit fortfahren, bis der überflüssige Teil des Pfades gelöscht ist. Am Ende den Pfad auch an der Stelle mit Shift-B öffnen. Nun können evtl. vorhandene Artefakte markiert und gelöscht sowie Pfad-Anfang und -Ende ausgerichtet werden.

    Im nächsten Schritt können an besonders "langweiligen" -- d.h. geraden -- Stellen der "Küstenlinie" zusätzliche Knoten eingefügt werden. Dazu mit der Maus die Linie zwischen zwei Knoten-Indikatoren anklicken. Beide Knoten-Indikatoren sind nun ausgewählt -- Meldung "2 of n nodes selected" in der Statuszeile -- und mit Ins wird ein neues Knoten mittig eingefügt.

    Mit Effekts -> Modifiy Path -> Fractalize wird die "Küstenlinie" nun rauher gestaltet. Es ist ästhetisch sinnvoll, vorher Start Markers und End Markers auf None zu setzen. Dabei sind für die Option Subdivisions Werte zwischen 3 und 6 sowie für die Option Smoothness Werte zwischen 2 und 4 sinnvoll. Man kann das "fractalizing" auch wieder rückgängig machen und an "zu rauhen" Stellen Knoten entfernen bzw. an "zu glatten" Stellen welche hinzufügen.

    Will man an einer Stelle eine besonders "rauhe" Küstenlinie -- d.h. viele Knoten, hoher Wert für Subdivisions, niedriger Wert für Smoothness --, so teilt man den Pfad durch Markieren eines passend gewählten Knotens und Alt-B in zwei oder mehr Pfade, die dann unterschiedliche "Küstenformationen" ergeben.

    Anschließend kann der oben beschriebene Vorgang für Seen, Flüsse, Gebirge etc. wiederholt werden, wobei jedes geographische Merkmal seinen eigenen Layer erhält.

  2. #2
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    Hi!

    Danke für die Anleitung.
    Ich bin zwar kein Rollenspieler (außer Nethack ), aber ich interessiere mich ein bisschen für Bildbearbeitung (Gimp/Inkscape).

    Kannst du vielleicht mal zwei Bilder posten, die du auf diese Weise erstellt hast (vorher/nachher)?

    MfG
    deki

  3. #3
    Neuer Benutzer
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    Meine besten Karten sind nach der Methode mit mehr oder weniger viel trial and error gemacht.
    Details für die "Küstenlinie": Ich nehme mal einfach irgendeine Bezierkurve, die ich mit dem Freihand-Tool (F6) von Inkscape schnell hingekrizelt habe.

    Anschliessend wandle ich das Objekt in einen Pfad um (Shift-Ctrl-C) und kopiere den auf einen neuen Layer. Auf die Kopie wende ich Effects -> Modify Path -> Fractalize mit Subdivisions: 3 und Smoothness: 2 an.

    Das sieht dann doch ein bisschen arg wirr aus. Das dritte Bild ist mit Smoothness: 4 und bietet eine "glaubwürdige" Küstenlinie.

    Hier habe ich dann den Pfad geschlossen, auf einen neuen Layer kopiert und etwas gegenüber dem originalen Pfad verschoben. Anschließend wurden Stroke- und Fill-Farbe auf "landkarten-ähnliche" Werte gesetzt:

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